Das Europäische Parlament, die EU-Mitgliedstaaten und die Kommission haben sich im sogenannten Trilog am Dienstagvormittag auf eine Bestätigung der Weidepflicht für Rinder, Schafe und Ziegen geeinigt. Dies entspricht einer Überarbeitung der EU-Öko-Verordnung.

Trilog-Ergebnis

Eine Übergangsfrist soll für Öko-Betriebe eingerichtet werden, die bisher nicht in der Lage waren, den verpflichtenden Weidegang umzusetzen. Das Europäische Parlament und die Kommission haben diese Lösung am Dienstagvormittag akzeptiert.

„Es bleibt ein Grundsatz der ökologischen Tierhaltung mit gewissen Flexibilisierungen für die Mitgliedstaaten“, sagte Martin Häusling, Agrarpolitiker im EU-Parlament und Sprecher der Grünen. Für Christine Singer aus dem Bayerischen Bauernverband war dies hingegen „bittere Enttäuschung“. Sie kritisierte das Fehlen einer langfristigen Lösung für die Weideregeln.

Details der Übergangsregelungen

Viele Einzelheiten zu den Übergangsregelungen wurden noch nicht ausformuliert. Die Trilog-Verhandlungen führten lediglich zur Einstellung einer langfristigen, rechtlichen Alternative zur Weidepflicht. Das Ergebnis der Verhandlung wird nun in einen detaillierten Rechtstext übersetzt und soll im Laufe der kommenden Wochen veröffentlicht werden.

Der Text muss anschließend vom Rat der EU-Mitgliedstaaten und dem Europaparlament noch formal abgesegnet werden. Es ist daher noch nicht geklärt, wie genau die Übergangsfristen für Betriebe aussehen werden, die aktuell an der Einhaltung der Weidepflicht scheitern.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Mehrere ökologische Höfe im EU-Raum wirtschaften bereits seit Jahrzehnten in diesem Sektor. Der Bayerische Bauernverband geht von hunderten Betrieben aus, die durch geltende Bio-Standards nicht abgedeckt sind.

„Viele dieser Betriebe können aufgrund ihrer betrieblichen Strukturen Weidegang für alle Tiere nicht ermöglichen“, sagte Singer. Durch Übergangsfristen sollen nun auch diese Höfe an den neuen Regeln teilhaben können, ohne finanzielle Nachteile zu erleiden.

Verbraucherpraxis

Die Entscheidung hat direkte Auswirkungen auf die Verbraucher. Ökologische Produkte werden weiterhin unter strengen Standards produziert und gelten als qualitativ hochwertig. Durch die Übergangsfristen ergeben sich jedoch zusätzliche Flexibilitätsmöglichkeiten für kleinere Betriebe, die bisher nicht alle Bio-Regeln einhalten konnten.

Verbraucher profitieren davon, dass mehr Bioprodukte auf dem Markt erhältlich sind und somit eine größere Auswahl an ökologischen Produkten zur Verfügung steht. Diese Entwicklung trägt dazu bei, den Markt für Bio-Lebensmittel weiter zu diversifizieren und anzuziehen.

Was das für Verbraucher bedeutet: Die neue Regelung erleichtert es Betrieben, die bisherige Bio-Weidepflicht nicht einhalten konnten, an die neuen Standards heranzuwachsen. Dies führt zu einer erhöhten Verfügbarkeit ökologischer Lebensmittel auf dem Markt.