Das Kultusministerium des Landes Niedersachsen hat am 19. Oktober 2026 den Plan angekündigt, das Angebot für islamischen Religionsunterricht an Schulen deutlich zu erweitern. Ziel sei es, jungen Menschen Raum für Orientierung, Reflexion und Dialog zu geben – ein Vorhaben, das gleichzeitig vor strukturellen Hürden wie Lehrermangel steht (Quelle: NDR Niedersachsen).
Ausbau des Islamunterrichts: Ziele und geplante Schritte
Nach Angaben des Kultusministeriums soll das Angebot zunächst auf berufsbildende Schulen ausgeweitet werden. Bereits jetzt werden die ersten Lehrkräfte dafür weitergebildet, um den Fachkräftemangel zu mildern (Quelle: NDR Niedersachsen). Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) betonte, dass der Unterricht jungen Menschen Halt geben und ein respektvolles Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft stärken solle.
Zahlen und Fakten zum aktuellen Angebot
Im Schuljahr 2025/26 nahmen laut Kultusministerium 3 693 Schülerinnen und Schüler an islamischem Religionsunterricht an allgemeinbildenden Schulen teil. Das entspreche rund vier Prozent aller 95 000 muslimischen Schülerinnen und Schüler im Land (Quelle: NDR Niedersachsen). Im Vergleich dazu wurden im vergangenen Jahr knapp 500 islamfeindliche Vorfälle gemeldet, ein Befund des ersten Lageberichts der „Claim Organisation“ (Quelle: NDR Niedersachsen).
Lehrermangel als zentrale Hürde
Der flächendeckende Ausbau des Unterrichts sei bislang gescheitert, weil es an qualifiziertem Personal fehle – insbesondere im ländlichen Raum. Das Kultusministerium arbeitet deshalb eng mit islamischen Verbänden zusammen, um an Universitäten und Schulen gezielt Nachwuchs zu werben (Quelle: NDR Niedersachsen). Für bereits im Dienst stehende Lehrkräfte gebe es Weiterbildungsangebote, um die Qualität des Unterrichts zu sichern.
Maßnahmen zur Lehrkräftegewinnung und -qualifizierung
Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, setzt das Ministerium auf mehrere Strategien: Neben der Rekrutierung an Hochschulen werden Lehrkräfte durch spezielle Fortbildungen auf die besonderen Anforderungen des islamischen Religionsunterrichts vorbereitet (Quelle: NDR Niedersachsen). Zusätzlich soll die Imam-Ausbildung am Islamkolleg in Osnabrück, das weiterhin Fördergelder erhält, die Basis für zukünftige Lehrkräfte stärken, obwohl die finanzielle Ausstattung reduziert wurde (Quelle: NDR Niedersachsen).
Reaktionen aus Politik und Gesellschaft
Die Landtagsopposition kritisierte die rot‑grüne Schulpolitik scharf und verwies auf den Lehrermangel als „Armutszeugnis“. Kultusministerin Hamburg verteidigte den Kurs und betonte die Notwendigkeit, die Vielfalt im Bildungssystem zu fördern (Quelle: NDR Niedersachsen). Eine Umfrage unter Lehrkräften zeigte, dass jeder dritte Lehrer gesundheitliche Belastungen beklagt, was den Druck auf das Bildungspersonal weiter erhöht (Quelle: NDR Niedersachsen).
Was das für Verbraucher bedeutet
Für Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie die breitere Öffentlichkeit bedeutet der geplante Ausbau des Islamunterrichts, dass künftig mehr Schulen die Möglichkeit bieten, diesen Fachbereich zu wählen. Damit kann das Bildungsangebot stärker an die religiöse und kulturelle Vielfalt der Bevölkerung angepasst werden. Gleichzeitig sollten Betroffene die anhaltenden Engpässe im Lehrpersonal im Auge behalten, da diese die Qualität und Verfügbarkeit des Unterrichts beeinflussen können. Wer sich für die Teilnahme am islamischen Religionsunterricht interessiert, sollte frühzeitig mit den jeweiligen Schulen Kontakt aufnehmen, um aktuelle Kursangebote und mögliche Wartezeiten zu klären.