Der Mangel an geeigneten Mitarbeitenden trifft besonders Betriebe mit Schweine- oder Saubeständen hart (Top‑Agrar). Zwei Landwirte schildern, welche Maßnahmen sie ergreifen, um Personal zu finden und langfristig zu binden.

Personalmangel in der Schweineproduktion

„Lieber einmal nicht einstellen, als jemanden nehmen, der nicht ins Team passt“, betont Andreas Exeler, Betreiber mehrerer landwirtschaftlicher Unternehmenszweige (Top‑Agrar). Er berichtet, dass tierhaltende Betriebe häufig Schwierigkeiten haben, Fachkräfte zu rekrutieren und über einen längeren Zeitraum zu halten. Die Konkurrenz durch Industrieunternehmen in der Region verschärfe die Situation zusätzlich (Top‑Agrar).

Wie Betriebe neue Kräfte gewinnen – Zahlen und Wege

Exeler, 49 Jahre alt, leitet neben seiner Schweinehaltung weitere Geschäftsbereiche wie Agrarservice, erneuerbare Energien, Fahrzeugbau und Fahrausbildung (Top‑Agrar). Für jeden Bereich habe er einen eigenen Betriebsleiter eingestellt, sodass das Unternehmen insgesamt über 100 Mitarbeitende beschäftigt (Top‑Agrar).

Zur Besetzung offener Stellen nutze er vor allem Mund‑zu‑Mund‑Propaganda; etwa ein Viertel der Positionen fülle er über Anzeigen in den sozialen Medien (Top‑Agrar). Kandidaten, deren schriftliche Bewerbung positiv auffällt, erhalten die Möglichkeit zum Probearbeiten, bei dem sowohl der jeweilige Betriebsleiter als auch das bestehende Team einen Eindruck vom potenziellen neuen Kollegen gewinnen (Top‑Agrar).

Die Ferkelerzeugung am Standort Rheine im Kreis Steinfurt umfasst mehrere hundert Sauen, für die ebenfalls gezielt Personal gesucht wird (Top‑Agrar).

Arbeitsbedingungen als Wettbewerbsfaktor

Exeler betont, dass neben fachlicher Qualifikation vor allem die menschliche Passung entscheidend sei; Bewerber sollten Freude an der Schweinehaltung mitbringen (Top‑Agrar). Um im Konkurrenzkampf zu bestehen, passe er Gehalt und Zusatzleistungen wie Dienstwagen oder betriebliche Versicherungen individuell an (Top‑Agrar).

Ein weiterer Schlüssel seien flexible Arbeitszeiten. Zwei Betriebsleiter seiner Biogasanlagen haben unterschiedliche Regelungen für Wochenenddienste eingeführt: Das eine Team arbeitet jeweils kurze Schichten am Samstag und Sonntag, das andere erledigt die Arbeit an einem einzigen Tag, dafür jedoch länger (Top‑Agrar). Bonuszahlungen und steuerliche Vorteile ergänzen das Paket.

Sommerurlaub während der Ernte sei besonders für junge Familien wichtig; ein Mindestumfang von einer Woche Urlaub sei selbstverständlich, was laut Exeler die Motivation der Kolleg*innen nach den stressigen Wochen steigere (Top‑Agrar).

Was das für Verbraucher bedeutet

Für Konsumentinnen und Konsumenten heißt das: Betriebe, die Wert auf ein gut funktionierendes Team legen, können stabile Produktionsbedingungen gewährleisten. Durch gezielte Personalpolitik und humane Arbeitsmodelle wird nicht nur die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht, sondern auch die Qualität der Tierhaltung gesichert – was letztlich zu verlässlicheren Lieferketten und einem bewussteren Umgang mit tierischen Produkten führt.