Unternehmen & Praxis

BFSG für Gastronomen: Menu-Website und Buchungssystem barrierefrei

Warum Gastronomie besonders betroffen ist

Gastro-Websites gehören zu den Seiten, die der Endkunde am intensivsten nutzt: Speisekarte lesen, Tisch reservieren, Lieferung bestellen. Genau diese Funktionen sind aus BFSG-Sicht relevant, weil sie direkt am Konsum anknüpfen. Ein Restaurant, dessen Reservierungsformular Screenreader-unlesbar ist oder dessen Speisekarte als Bild-PDF ohne Text hinterlegt wird, blockiert einen Teil seiner potenziellen Gäste – und ab Juni 2025 auch rechtlich angreifbar.

Die gute Nachricht: die meisten Schritte zur Barrierefreiheit sind bei Gastro-Sites überschaubar, weil die Websites oft kompakt strukturiert sind.

Die drei kritischen Funktionen

Erstens: die Speisekarte. Als PDF-Scan oder reines Bild ist sie für Screenreader und oft auch für mobile Nutzer kaum lesbar. Besser ist HTML – das ist außerdem bei Google deutlich besser platziert.

Zweitens: das Reservierungsformular. Jede Eingabe braucht ein sichtbares Label, Fehlermeldungen müssen klar und programmatisch zuordenbar sein. Drittens: der Online-Shop oder Liefer-Bestell-Teil, falls vorhanden.

Genau hier greift das BFSG direkt, weil es um Verkauf an Verbraucher geht.

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Typische Fehler bei Gastro-Websites

Viele Restaurant-Websites leiden unter weißer Schrift auf zu hellem Hintergrund, Bildern ohne alt-Text, nicht-tastaturbedienbaren Foto-Galerien und Pop-up-Cookie-Bannern ohne Schließen-Möglichkeit. Jedes dieser Probleme ist ein BFSG-Treffer und gleichzeitig ein SEO-Treffer. Wer die Schrift lesbar macht, Bildbeschreibungen ergänzt und Cookie-Banner korrekt strukturiert, erfüllt nicht nur das Gesetz, sondern verbessert auch Ranking und Conversion.

So prüfen Sie Ihre Gastro-Website in 10 Minuten

Ein kostenloser Scan mit bf-check.de liefert binnen Minuten eine Prioritätenliste. Was dort rot erscheint, ist fast immer auch das, was Sie am schnellsten selbst oder über Ihren Webdesigner beheben lassen können. Zweiter Schritt: die Reservierung einmal ohne Maus bedienen – also nur Tab-Taste.

Wenn Sie mit Tab und Enter vollständig bis zum Bestätigen kommen, ist ein großer Teil der Hürden bereits genommen.

Praxis-Beispiel aus dem Alten Land

Ein Restaurant in der Region mit 40 Sitzplätzen und einfacher Wordpress-Website hat mit drei konkreten Schritten BFSG-Konformität erreicht: Speisekarte als HTML-Text statt PDF aufgebaut, alt-Texte für alle Bilder ergänzt, Reservierungsformular mit sichtbaren Labels und Fehlermeldungen neu gebaut. Zeitaufwand: ein halber Tag Agentur, Kosten im dreistelligen Bereich. Effekt: keine Abmahngefahr mehr, bessere Google-Platzierung und – interessanterweise – mehr Online-Reservierungen, weil das Formular plötzlich mobil flüssig lief.

Häufig gestellte Fragen

Muss die Speisekarte zwingend als HTML vorliegen?
Pragmatisch ja. PDFs sind schwer barrierefrei zu machen und Google indexiert sie schlechter. HTML ist meist die bessere Wahl.
Reicht ein Accessibility-Overlay?
Nein. Widgets sind kein Ersatz für echte Anpassungen und haben fachlich einen schlechten Ruf.
Was kostet die Umstellung typisch?
Für kleine Gastro-Sites liegt der Aufwand meist im drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich, je nach Ausgangsqualität.
Muss ich eine Erklärung zur Barrierefreiheit veröffentlichen?
Es ist empfohlen und zeigt Compliance-Wille. Nach Scan und Nachbesserung sollte eine Statement-Seite im Footer verlinkt sein.
Wo bekomme ich einen kostenlosen Scan?
Auf bf-check.de können Sie Ihre Gastro-Website ohne Anmeldung in Minuten prüfen lassen.
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