Unternehmen & Praxis

BFSG für Handwerker: Kontaktformular, Galerie und Website

Handwerker-Websites im BFSG-Kontext

Die klassische Handwerker-Website dient nicht dem direkten Verkauf – sie bewirbt Leistungen und leitet zu einem Kontaktformular oder Angebotsformular. Rein rechtlich greift das BFSG mit voller Schärfe dort, wo online verkauft oder gebucht wird. Für reine Info- und Kontakt-Websites sind die Anforderungen weicher.

Trotzdem empfehlen wir, die Mindeststandards einzuhalten, weil Ausschreibungen öffentlicher Auftraggeber zunehmend Barrierefreiheit voraussetzen und weil Google saubere, barrierefreie Seiten besser bewertet.

Die drei typischen Schwachpunkte

Erstens: das Kontakt- oder Angebotsformular. Oft fehlen sichtbare Labels, Fehlermeldungen sind unklar, und ohne Maus kommt der Nutzer nicht durch. Zweitens: die Referenz-Galerie.

Bilder vom Dach, vom Bad, von der fertigen Fassade – alle ohne alt-Text – sind für sehbehinderte Interessenten unsichtbar. Drittens: die Kontaktseite mit eingebetteter Karte. Google Maps ist oft tastaturunfreundlich; eine alternative Text-Adresse mit Link zu einer externen Kartenansicht ist besser.

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Was konkret tun

Formulare: jedes Feld mit einem sichtbaren Label, nicht nur mit Placeholder. Pflichtfelder kennzeichnen, Fehlermeldungen eindeutig formulieren und programmatisch mit dem Feld verbinden. Galerie: jedes Bild mit kurzer, sprechender Beschreibung (nicht bild1.jpg, sondern Bad-Neubau-Stade-Waschtisch.jpg).

Kontaktseite: Adresse als Text, Telefon als klickbarer Link mit tel:, E-Mail als klickbarer mailto-Link. Karte optional, aber mit textueller Alternative.

Die Pragma-Regel für kleine Betriebe

Wer als Ein- oder Zwei-Mann-Betrieb ohne Online-Shop unterwegs ist, muss nicht auf Enterprise-Level WCAG-AAA kommen. Die Regel lautet: grobe Blocker entfernen, sichtbare Struktur, sinnvolle alt-Texte, tastaturbedienbares Formular. Das erreicht jeder Webdesigner in einem halben Tag Arbeit – und die eigene Website ist danach sauberer, schneller, besser auffindbar und rechtlich deutlich entspannter.

Selbstprüfung in 15 Minuten

Öffnen Sie Ihre Website und machen Sie drei Experimente: Erstens, nur Tastatur – kommen Sie mit Tab und Enter bis zum abgeschickten Kontaktformular? Zweitens, Maus-Zoom auf 200 Prozent – bleibt alles lesbar und bedienbar? Drittens, starten Sie einen automatisierten Scan unter bf-check.de. Das Ergebnis sagt Ihnen in Klartext, was Sie priorisieren sollten. Wer diese drei Schritte macht und die Top-3-Befunde behebt, hat für einen normalen Handwerks-Webauftritt schon 80 Prozent der BFSG-Herausforderung erledigt.

Häufig gestellte Fragen

Muss ein Handwerker überhaupt barrierefrei sein?
Rein rechtlich weniger scharf als ein Online-Shop, aber empfehlenswert. Öffentliche Ausschreibungen erwarten das zunehmend.
Welche Kosten sind realistisch?
Für Standard-Handwerker-Websites meist drei- bis niedriger vierstelliger Bereich, je nach Ausgangszustand.
Muss meine Referenz-Galerie barrierefrei sein?
Bilder brauchen alt-Texte und Beschriftungen. Das ist auch SEO-relevant – Google belohnt beschriftete Bilder.
Ist Google Maps ein Problem?
Die eingebettete Karte ist nicht ideal für Tastaturnutzer. Eine Text-Adresse mit Link zu Maps externe Karte ist besser.
Wo prüfen lassen?
bf-check.de liefert einen kostenlosen Scan, der Ihnen zeigt, was konkret zu tun ist.
Fragen? Wir helfen gerne!
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