Was kostet ein Erdbohrereinsatz wirklich?
Wer die Kosten eines Erdbohrereinsatzes nur an der Mietgebühr für das Gerät festmacht, unterschätzt fast immer, was am Ende tatsächlich zusammenkommt. Sprit, Zeit, Kaution und Transport addieren sich zu einer Gesamtsumme, die deutlich über der reinen Tagesmiete liegt.
Dieser Ratgeber ordnet die einzelnen Kostenblöcke ein, ohne feste Beträge zu nennen, die von Region und Anbieter ohnehin abweichen, und zeigt anhand einer Beispielrechnung, welche Faktoren bei der Planung für einen längeren Zaunabschnitt wirklich zählen.
Warum die Mietgebühr nur ein Teil der Rechnung ist
Die Tagesmiete für einen Erdbohrer ist der Posten, den die meisten zuerst im Kopf haben, weil er am einfachsten zu vergleichen ist. In der Gesamtkalkulation macht sie aber oft nur einen Teil der tatsächlichen Kosten aus, weil Verbrauchsmaterial, Zeitaufwand und Nebenkosten selten mitgedacht werden.
Wer vorab nur die Mietgebühr vergleicht und danach entscheidet, läuft Gefahr, am Ende des Projekts von zusätzlichen Positionen überrascht zu werden, die sich mit etwas Vorplanung leicht hätten einkalkulieren lassen.
Eine realistische Kalkulation betrachtet deshalb Miete, Betriebsstoffe, Zeit und Nebenkosten als ein Gesamtpaket, nicht als getrennte Einzelposten.
Mietkosten im Vergleich zur Kaufoption
Für ein einmaliges oder gelegentliches Projekt liegt die Miete eines Erdbohrers in aller Regel deutlich unter dem, was ein Kauf des Geräts kosten würde, selbst wenn mehrere Miettage über die Projektdauer zusammenkommen. Der Kauf lohnt sich wirtschaftlich meist erst dann, wenn regelmäßig über mehrere Jahre hinweg gebohrt wird.
Wer nur unsicher ist, wie oft künftig noch gebohrt werden muss, findet in Erdbohrer mieten statt kaufen: Wann es sich lohnt eine ausführlichere Einordnung dieser Entscheidung.
Auch die Frage Tages- oder Wochenmiete beeinflusst die Rechnung spürbar, insbesondere wenn sich ein Projekt über mehrere Tage verteilt statt an einem Stück durchgezogen zu werden.
Verbrauch an Benzin-Gemisch realistisch einordnen
Ein benzinbetriebener Erdbohrer verbraucht über einen vollen Arbeitstag eine spürbare Menge Zweitakt-Gemisch, wobei der genaue Verbrauch stark vom Bodentyp, der Anzahl der Löcher und der Motorleistung abhängt. Steiniger oder stark verdichteter Boden erhöht den Verbrauch gegenüber lockerem Untergrund deutlich.
Wer den Verbrauch grob einplanen will, sollte eher zu viel Gemisch mitbringen als zu wenig: Ein unterbrochener Arbeitstag wegen fehlenden Treibstoffs kostet am Ende mehr Zeit, als eine zusätzliche Reserve gekostet hätte.
Auch der Kraftstoffanteil sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern zusammen mit dem geplanten Zeitaufwand, weil beide Faktoren direkt zusammenhängen.
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Zeitaufwand pro Bohrloch mit einrechnen
Zeit ist bei einem Mietgerät ein direkter Kostenfaktor, weil die Mietdauer meist in Tagen oder Wochen abgerechnet wird. Wie viele Löcher pro Stunde tatsächlich möglich sind, hängt stark von Bodenbeschaffenheit, Bohrtiefe und Erfahrung der ausführenden Person ab; einen Überblick dazu liefert Wie viele Löcher schafft ein Erdbohrer pro Stunde?
Wer den Zeitaufwand zu knapp kalkuliert, muss entweder eine zusätzliche Miettag einplanen oder das Projekt in zwei Etappen aufteilen, was zusätzliche Anfahrten und damit weitere Kosten nach sich zieht.
Ein realistischer Zeitpuffer von einem zusätzlichen halben Tag gleicht die üblichen Verzögerungen durch Pausen, Standortwechsel oder unerwartet schwierige Bodenabschnitte meist gut aus.
Versteckte Kosten: Kaution, Transport und Zubehör
Neben der eigentlichen Miete verlangen viele Verleiher eine Kaution, die bei ordnungsgemäßer Rückgabe zurückerstattet wird, aber während der Mietdauer als gebundenes Kapital eingeplant werden muss. Wie diese Kaution sinnvoll in die Planung gehört, erklärt Warum Kaution bei Mietgeräten sinnvoll ist.
Hinzu kommt die Frage, ob das Gerät abgeholt oder geliefert wird. Beide Varianten haben ihren Preis: Abholung kostet Fahrzeit und gegebenenfalls einen geeigneten Transportanhänger, Lieferung eine entsprechende Gebühr des Anbieters. Eine Einordnung dazu bietet Gerät abholen oder liefern lassen.
Auch zusätzliche Bohraufsätze in anderer Größe oder eine Verlängerung für tiefere Löcher schlagen je nach Anbieter separat zu Buche und sollten vorab erfragt werden.
Vergleich Eigenleistung und Fachbetrieb
Wer die Arbeit selbst übernimmt, spart die Lohnkosten eines Fachbetriebs, trägt dafür aber das volle Risiko bei Fehlbohrungen, verlorener Zeit durch Unerfahrenheit oder möglichen Schäden am Mietgerät. Ein Fachbetrieb kalkuliert diese Risiken bereits in seinen Preis ein und bringt in der Regel mehr Routine mit.
Für kleinere Projekte mit überschaubarer Lochzahl lohnt sich Eigenleistung meist eher als für sehr große Flächen, bei denen sich Zeitverlust durch Unerfahrenheit deutlich stärker auf die Gesamtkalkulation auswirkt.
Eine ehrliche Selbsteinschätzung der eigenen körperlichen Belastbarkeit und der verfügbaren Zeit gehört zu dieser Entscheidung genauso dazu wie der reine Kostenvergleich.
Beispielrechnung für einen 100-Meter-Zaun
Bei einem Zaun über 100 Meter Länge lässt sich die Anzahl der benötigten Löcher grob aus dem geplanten Pfahlabstand ableiten; eine Orientierung dazu bietet Wie viele Pfähle braucht ein 100-Meter-Zaun? Aus dieser Lochzahl und der realistischen Bohrleistung pro Stunde ergibt sich der voraussichtliche Zeitbedarf für das gesamte Projekt.
Aus diesem Zeitbedarf lässt sich wiederum ableiten, ob eine Tagesmiete ausreicht oder eine Wochenmiete günstiger wird, sobald mehrere Tage mit Pausen dazwischen realistischer erscheinen als ein einzelner durchgehender Arbeitstag.
Zu dieser Rechnung gehört auch die Anfahrt zum Verleiher und zurück, die bei mehrtägigen Projekten mit täglicher Rückgabe spürbar mehr Zeit kostet als bei einer durchgehenden Wochenmiete ohne tägliches Hin und Her. Wer diesen Posten vergisst, unterschätzt den tatsächlichen Zeitaufwand für das Gesamtprojekt.
Wer diese Größen, Lochzahl, Bohrleistung, Miettyp und Anfahrtsaufwand, vor dem Projektstart zusammen betrachtet statt sie einzeln zu bewerten, kommt zu einer deutlich realistischeren Gesamtkalkulation als bei einer reinen Schätzung nach Gefühl.
Angebote sinnvoll vergleichen statt nur auf den Tagespreis zu schauen
Wer mehrere Verleiher vergleicht, sollte nicht nur den reinen Tagespreis gegenüberstellen, sondern auch, was darin enthalten ist: Ist ein Bohraufsatz in der benötigten Größe bereits inklusive, oder kommt er als separate Position hinzu? Wird eine Einweisung in das Gerät mitgeliefert, oder muss diese gesondert erfragt werden?
Auch die Frage, wie kulant ein Anbieter mit kurzfristigen Verlängerungen umgeht, falls das Projekt doch länger dauert als geplant, gehört in diesen Vergleich. Ein geringfügig teurerer Tagespreis mit flexibler Verlängerung kann am Ende günstiger sein als ein knapper Preis, der bei Verzug hohe Zuschläge nach sich zieht.
Eine kurze Liste mit allen relevanten Positionen, von Miete über Zubehör bis zur Kaution, erleichtert den Vergleich mehrerer Angebote spürbar gegenüber einem reinen Blick auf die Tagesmiete.