PET ist leichter, also CO2-aermer im Transport — so die gaengige Annahme. Aber die Rechnung ist komplizierter. Dieser Artikel zeigt, wann Glas oekobilanztechnisch mithaelt.
Das Gewichts-Argument: Stimmt, aber...
Ja, eine Glasflasche wiegt 10-20x mehr als eine PET-Flasche. Beim Transport macht sich das in Treibstoff und CO2-Emissionen bemerkbar. Das ist Physik, kein Marketing.
ABER: Dieses Argument gilt primaer fuer Einweg. Bei Mehrweg-Glas wird die Flasche 50+ Mal verwendet. Die Herstellungsenergie (Schmelzen von Sand bei 1.500°C) wird auf alle Umlaeufe verteilt.
Wann Glas gewinnt
Bei regionaler Abfuellung und regionalem Vertrieb (<300 km): Mehrweg-Glas schlaegt PET-Einweg in den meisten Oekobilanzen. Der Grund: Keine Neuproduktion noetig, nur Reinigung.
Bei hohen Umlaufzahlen: Je oefter eine Glasflasche wiederverwendet wird, desto besser ihre Bilanz. 50 Umlaeufe sind bei Pool-Flaschen Standard.
Beim Recycling: Altglas kann beliebig oft eingeschmolzen werden, ohne Qualitaetsverlust. PET verliert bei jedem Recyclingdurchgang an Qualitaet (Downcycling).
Wann PET gewinnt
Bei Langstrecken-Transport: Munzur aus der Tuerkei per Containerschiff und LKW — hier zaehlt jedes Kilogramm. PET hat einen klaren Gewichtsvorteil.
Bei Einweg-Infrastruktur: Wo keine Mehrweg-Logistik existiert, ist PET-Einweg mit hoher Recyclingquote (97% in DE) die pragmatische Loesung.
Bei Outdoor/Events: Wo Bruchgefahr besteht, ist PET sicherer und logistisch einfacher.
Fazit
Es gibt kein pauschales 'Glas ist besser' oder 'PET ist besser'. Der CO2-Fussabdruck haengt von Transportdistanz, Umlaufzahl, Recyclingquote und Energiemix ab. Fuer Munzur in Niedersachsen gilt: PET fuer den Langstreckentransport, Glas fuer den Tischservice.