Eine innovative Lösung für die Verwertung von großer Holzmaterialien hat ein landwirtschaftlicher Betrieb im Münsterland entwickelt. Bernd Schulze König, Landwirt aus Legden, hat eine Brennholzanlage konstruiert, die Stämme bis zu einem Durchmesser von 1,20 Metern verarbeiten kann.
Entwicklung und Antrieb der Maschine
Zur Verarbeitung großer Stämme entwickelte Bernd Schulze König eine eigene Brennholzmaschine. Die Konstruktion wurde im Jahr 2022 innerhalb von sechs Monaten fertiggestellt. Für den Antrieb der Maschine sorgt ein Schlüter V850 mit einem Sechszylinder-Verbrennungsmotor und einer Leistung von 85 PS.
Automatisierung und Steuerung
Die Brennholzmaschine ist teilautomatisch und bedient sich einer Computersteuerung (SPS). Diese Komponente wurde von einem Elektriker entwickelt. Bernd Schulze König kann die wesentlichen Funktionen über einen Bedienstand neben dem Spalter steuern.
Der Prozess beginnt mit der Stammablage, die aus Quadratrohren besteht und sich einfach per Palettengabel beschicken lässt. Die Stämme dürfen maximal 5 Meter lang sein und sollten einigermaßen gerade sein. Eine hydraulische Ladegabel bugsiert den Stamm von dort auf den Vorschubtisch.
Funktionsweise des Spalters
Ein hydraulischer Kratzboden mit stabilen Querstegen arbeitet hier, um den Stamm abzulangen. Anschließend gelangt der frische Holzstamm direkt in den Schichtholzspalter.
Ein Ultraschallsensor stoppt den Stamm auf einer genauen Endposition, während ein Laser-Entfernungsmesser das hintere Ende des Stamms erfasst. Die Computersteuerung bestimmt dann die Stammlänge und teilt die Schnitte optimiert auf.
Die Maschine ermöglicht es dem Landwirt, die gewünschte Scheitlänge einzugeben, zum Beispiel 30 cm. Der Computer verteilt die Schnitte so, dass annähernd gleich lange Scheite entstehen und keine kurzen Reststücke übrig bleiben.
Die maximale Scheitlänge beträgt 45 cm. Die Gesamtkosten der Anlage belaufen sich auf rund 50.000 Euro, wovon rund 16.000 Euro für die Elektronik entfallen.
Verwendung und Marktbedeutung
Buchenstämme, besonders wenn sie vorgeschädigt sind, können nur schwer vermarktet werden. Bei Schulze König geht es deshalb oft ins Brennholz. Die Maschine erlaubt eine optimierte Verarbeitung dieser Rohstoffe und stellt sicher, dass möglichst wenig Material verschwendet wird.
Die Selbstentwicklung einer solchen Anlage unterstreicht die kreative Nutzung von Technologie in der Landwirtschaft. Sie bietet Möglichkeiten zur Verbesserung der Holzverwertung und damit der wirtschaftlichen Effizienz landwirtschaftlicher Betriebe.
Was das für Verbraucher bedeutet: Durch solche innovativen Lösungen können Landwirte und Förster großer Holzmaterialiens bessere Nutzungsmöglichkeiten bieten. Dies kann zu einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis für Brennholz führen, da weniger Material als Reststoff verloren geht.