Während in Spanien die Politik über den Erhaltungszustand des Wolfs streitet, haben Kleinbauern jetzt für eine Umsiedlung von Jungwölfen in Gebiete mit kleinerem Wolfsbestand plädiert. Dieser Vorschlag soll die Gefährdung der Nutztiere in Regionen mit hoher Wolfsdichte verringern und gleichzeitig isolierte Wolfspopulationen in dünner besiedelten Regionen aufgefrischt werden (Top Agrar Jagd und Wald, 2022). Das betont der Kleinbauernverband UPA in seiner kürzlich eingereichten Stellungnahme zum Fauna-Flora-Habitat-Bericht der spanischen Regierung.

Ob die Idee akzeptiert wird, ist jedoch noch offen. Der Bericht sollte Brüssel, das die Abgabe bereits angemahnt hat, eigentlich schon seit dem letzten Jahr vorliegen (Top Agrar Jagd und Wald, 2022). Allerdings hinkt Madrid dem Terminplan hinterher, da die von den einzelnen Regionen für die Erstellung des Berichts gelieferten Daten nicht wissenschaftlich fundiert genug seien.

Im Gegensatz dazu bewerten die Mehrzahl der Autonomen Gemeinschaften den Zustand des Wolfs als günstig, während Madrid ihn ungünstig einschätzt. In Spanien leben Wölfe vor allem im Nordwesten des Landes und in den übrigen Regionen sind sie vereinzelt anzutreffen. Für den Zeitraum 2021 bis 2024 verzeichnet das Ministerium landesweit 333 Rudel, was 12% mehr als die Bestandsgröße im Zeitraum 2012 bis 2014 war (Top Agrar Jagd und Wald, 2022).

Die Umsiedlung von Jungwölfen könnte einen Kompromiss bieten, der sowohl die Interessen der Nutztiere als auch diejenigen der Wildtiere berücksichtigt. Verbraucher und Lebensmittel-Interessierte sollten sich für transparente politische Entscheidungsprozesse einsetzen, die die Wissenschaft in den Vordergrund stellen.