Die Energieminister aus Niedersachsen (Christian Meyer) und Schleswig-Holstein (Tobias Goldschmidt) haben am Freitag in Berlin mit wichtigen Stakeholdern aus der Branche und dem zuständigen Bundesenergieministerium erneut zur Zukunft der Offshore-Windenergie diskutiert. „Die Offshore-Windenergie ist eine tragende Säule der Energiewende und von zentraler Bedeutung für die Versorgungssicherheit, den Klimaschutz sowie die industrielle Wertschöpfung in Deutschland“, so Niedersachsens Energie- und Klimaschutzminister Christian Meyer.

Aktuell stockt der Ausbau aber, nachdem Ausschreibungen ohne Angebote blieben und bisherige Zuschläge für den Ausbau oder gar ganze Projekte in Frage gestellt – wie zuletzt Anfang der Woche vom Energiekonzern BP. Dieser entlarvt sich als ein ernsthaftes Hindernis auf dem Weg zur klimaneutralen Energiewende und kann nicht weiter so gehen, fordern die Energieminister.

Die stockende Entwicklung der Offshore-Windenergie hat auch einen direkten Einfluss auf die Arbeitsmarktsituation. „Werden die Ausbauziele nicht erreicht, müssen mehr teure fossile Importe – insbesondere von klimaschädlichem Gas – zur Sicherung des wachsenden Strombedarfs erfolgen. Das verteuert den Strom- und den Gaspreis, während wir mit heimischer Offshore-Windenergie die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Wirtschaft um Milliarden entlasten könnten und Zehntausende heimische Arbeitsplätze schaffen oder sichern könnten“, warnt Meyer. Auch viele Zulieferer seien von der Flaute im Offshore-Windenergieausbau betroffen, unterstrich er. So hatte erst die Meyer-Werft in Rostock einen Milliarden-Auftrag für Offshore-Wind-Konverterplattformen erhalten. „Frau Reiches fossiles Nichtstun gefährdet auch diese Arbeitsplätze und Verträge“, so Meyer.

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt unterstreicht die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen den beteiligten Akteuren gerade in der aktuellen Situation: „Unser Bestreben sollte sein, dass alle ausgeschriebenen Flächen auch für den Offshore-Ausbau genutzt werden. Wir haben ambitionierte Ziele, Brachland können wir uns schlicht nicht leisten. Wir müssen vielmehr verhindern, dass Offshore-Flächen über Jahre blockiert werden, ohne dass ein Projektfortschritt erfolgt. Das lässt sich nur mit einem klar geregelten Rückgabemechanismus erreichen. Dieser muss so ausgestaltet sein, dass er einerseits eine schnelle Fortsetzung des Ausbaus ermöglicht, gleichzeitig aber auch die Verbindlichkeit von Geboten insgesamt nicht gefährdet.“

Zurück zu Planungssicherheit

Zurück zur Planungssicherheit und den zukünftigen Ausbauziele des Bundes, die bis 2045 eine erneuerbare Stromversorgung von 80% erübrigen sollen, drängen die Energieminister. „Die Ausbauziele müssen klar und verbindlich definiert werden, damit die Investitionen in Offshore-Windenergie sicher sind und die Verbraucher von der Wettbewerbsfähigkeit profitieren“, fügt Goldschmidt hinzu.

Was das für Verbraucher bedeutet

Die Ziele der Energieminister sind klar: Eine schnelle und verlässliche Planung und Ausführung des Offshore-Windenergieausbaus könnte die Verbraucherinnen und Verbraucher um Milliarden entlasten und gleichzeitig Zehntausende Arbeitsplätze schaffen oder sichern. Eine verantwortungsvolle Energiewende ist nicht nur umweltgerecht, sondern auch für den Wirtschaftsaufbau in Deutschland von großer Bedeutung. Nur wenn die Rahmenbedingungen für die Offshore-Windenergie klar und verbindlich definiert werden, kann der Wandel auf eine nachhaltige Energieszene im Herzen Europas erfolgreich sein und gleichzeitig den Verbrauchern einen Vorteil verschaffen.