Fried Graf von Bernstorff, Eigentümer von rund 6.000 ha Wald im Wendland, ist in die Modulholztechnik eingetreten. Der Waldbesitzer, der u.a. Kieferngürtel- und Eichenwirtschaft betreibt, kooperiert mit dem Start-up Triqbriq, dessen Anlage Schadholz aufwerten kann. In einem Interview erklärt er, warum er einen zusätzlichen Absatzkanal über Triqbriq spannend findet.

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Fried Graf von Bernstorff bewirtschaftet rund 6.000 ha Wald im Wendland. Er will mit dem Start-up Triqbriq kooperieren, dessen Anlage Schadholz aufwerten kann. Warum, erklärt er im Interview. Könnte dieses modulare Holzbausystem eines Start-ups Chancen für Waldbesitzer bereithalten?

Warum Triqbriq spannend?

Fried Graf von Bernstorff: Ich finde das System spannend, weil wir auf dem Holzmarkt enormen Schwankungen unterliegen. Wenn durch Trockenheit und Borkenkäfer viel Holz auf den Markt kommt, brechen die Preise ein. In anderen Jahren sind sie gut. Triqbriq kann einen relativ verbindlichen Absatzkanal direkt beim Waldbesitzer schaffen, der sich diesen Schwankungen entzieht. Das löst nicht das ganze Problem, ist aber ein Ansatz.

Welches Holz eignet sich?

Fried Graf von Bernstorff: Es geht unter anderem um Holz, dessen Qualität zwischen Industrieholz, Grobspanplatte und Palette liegt. Da das System mit kleineren Querschnitten, also Kanthölzern in den Formaten 9 x 9 cm arbeitet, reicht relativ dünnes Holz. Für uns ist das interessant, weil aus den Beständen regelmäßig unterschiedliche Sortimente anfallen. Wir haben Mischwald in verschiedenen Stufen, da kommt bei den Durchforstungen eben auch dünneres Holz heraus. Genau dafür kann Triqbriq eine passende Verwertung bieten.

Wie steht es zur Zusammenarbeit?

Fried Graf von Bernstorff: Bislang hat es eine Probelieferung gegeben. Der nächste Schritt wäre eine Produktionsanlage in unserer Nähe. Einen Letter of Intent haben wir unterschrieben, aber gebaut ist noch nichts. Die Idee ist: Ich kümmere mich um die Holzbeschaffung, Triqbriq übernimmt die Vermarktung und zahlt den Holzlieferanten feste Abnahmepreise. Eine Anlage braucht rund 5.000 bis 7.000 Kubikmeter Holz pro Jahr. Wir wollen sie modular und peu à peu aufbauen.

Was das für Verbraucher bedeutet: Die Modulholztechnik bietet einen neuen Absatzkanal für Schadholz und kann eine stärkere Preiskomponentenstabilität auf dem Holzmarkt ermöglichen. Dies könnte zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und Diversifizierung im forstwirtschaftlichen Sektor führen, indem Waldbesitzer eine alternative Möglichkeit finden, ihr Holz zu vermarkten.