Top-Themen: Neues Rindervirus breitet sich in Süddeutschland aus – 100 Betriebe betroffen
Was ist das neue Rindervirus?
Das neu entdeckte Orthobunyavirus, zu der Serogruppe Simbu-Serogruppe gehörig, wird in Süddeutschland nachgewiesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat dieses Virus in mehr als 100 Rindern beziehungsweise Rinderbetrieben bestätigt, die Symptome wie Fieber und Leistungsrückgang aufweisen.
Das Virus wird übertragen durch Stechmücken der Gattung Culicoides. Insbesondere Wiederkäuer sind empfänglich für Infektionen, bei denen aber in der Regel nur mild bis moderate klinische Erscheinungen auftreten. Besonders die Trächtigkeitsphase des Rindes kann gefährdet sein.
Welche Maßnahmen können getroffen werden?
In Anlehnung an den Schmallenberg-Virus empfiehlt das FLI, empfängliche Tiere vor Gnitzen zu schützen und den Besamungszeitpunkt sorgfältig zu prüfen. Durch Beschattung auf Weiden und in Stallungen kann die direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden.
Mehrmalige Futtervorlegen, insbesondere in kühlere Tagesphasen, wird vorgeschlagen, um Kühe ausreichend zu füttern. Insgesamt soll der Hitzenschutz und die Gesundheitspflege verbessert werden, um das Infektionsrisiko zu mindern.
Proben zur Abklärung einer möglichen Infektion mit dem Shamonda-Virus sollten an die zuständigen Landesuntersuchungseinrichtungen geschickt werden – nicht direkt an das FLI. Klinisch auffällige Neugeborene und milchproduzierende Kühe sind besonders zu beobachten.
Was bedeutet dies für Verbraucher?
Die Ausbreitung des Shamonda-Virus ist zwar eine Sorge, aber es gibt derzeit keine Indikationen, dass das Virus durch Fleisch oder Milch weitergegeben wird. Die Maßnahmen, die Rinderhalter ergreifen, helfen, die Infektionen zu kontrollieren und einzuschränken.
Verbraucher können sich beruhigen: Gleichwohl ist es ratsam, über den aktuellen Stand der Forschung auf dem Laufenden zu bleiben. Im Zweifelsfall wird es stets die Landesuntersuchungsstellen geben, um sicherzustellen, dass die Lebensmittel gesundheitsgerecht sind.