Die 17. Biogastagung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Verden hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie die vielfältige Nutzung von Biogas den langfristigen Erfolg des Betriebszweigs verbessern kann. Die Fachveranstaltung führte wichtige Antworten auf Herausforderungen, die durch politische Neuordnung und sich ändernde Märkte entstehen.

Zwischen 200 Besucherinnen und Besuchern aus der Biogasbranche wurden Lösungen besprochen, wie Anlagenbetreiber erfolgreich ihre Anlagen auf vielfältige Verwendung umgestalten können. Es wurde unterstrichen, dass der Markt für Strom allein nicht mehr eine ausreichend hohe Vergütung bietet und dass viele Anlagen – insbesondere in großen Landkreisen wie Rotenburg/Wümme – den Wechsel in den nächsten Förder-Zeitraum erfolgreich durchlaufen haben.

Referenten der Biogastagung betonten, dass je mehr Anlagenbetreiber sich für die Herausforderungen des Marktes aufstellen und ihre Anlagen vielfältiger nutzen, desto besser sind ihre Chancen. Hierbei ging es um diverse Aspekte wie flexible Stromlieferung für Spitzenzeiten, Wärme-Lieferung für Kommunen, Biomethan-Produktion mit der Einspeisung in das Erdgasnetz und die Integration von Strom- und Wärmespeichern. Ein weiterer wichtiger Punkt war die variable Verwertung von Gülle, Mist, Energiepflanzen und Reststoffen zur effizienten Substratmischung.

Die Kammerdirektor Dr. Bernd von Garmissen führte aus, dass viele Anlagen heute am Ende ihrer 20-jährigen Förder-Zeitraum stehen und einen Wechsel in den zehn- bis zwölfjährigen Folgezeitraum benötigen. „Solche Anlagen müssen für den möglichen Weiterbetrieb wechseln oder den Betrieb – zumindest im Sektor Stromproduktion – einstellen, da der Strommarkt keine ausreichend hohe Vergütung mehr liefert“, betonte er.

Diese Entwicklung bedeutet eine wichtige Wendung für die Biogasbranche in Niedersachsen. Anlagenbetreiber, die flexibel sind und ihre Anlagen vielfältig nutzen, verfügen über größere Chancen auf langfristige Erfolgsgeschichten im Bereich Biogas.

Verbraucher profitieren davon, da sie mit der vielfältigen Nutzung von Biogas sicherer rechnen können. Durch die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten und die besseren Chancen für den weiteren Betrieb der Anlagen erhalten sie eine stärkere und zukunftssicherere biologische Energieversorgung.