Niedersachsen startet ein Forschungsprojekt, um die Lebensmittelversorgung auch in Krisenzeiten zu sichern. Mit dem Namen „AgriSecure – Vorsorgeorientierte Stärkung der Ernährungssicherheit in Niedersachsen“ beschäftigt sich das Projekt, das durch das Land Niedersachsen mit 1,5 Millionen Euro unterstützt wird. Das Forschungs- und Transferprojekt wird von der Universität Vechta unter der Leitung des Verbunds Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar) umgesetzt.
Zentrale Fragen
Die Fragestellung, die das Projekt untersucht, ist die Stabilität und Handlungsfähigkeit der Wertschöpfungsketten in der Agrar- und Ernährungswirtschaft während Krisenzeiten. Mit diesem Projektauftrag ist die Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte von Niedersachsen eindeutig: „Globale Krisen wie die COVID-19-Pandemie und der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine haben uns eindrücklich vor Augen geführt, wie anfällig Wertschöpfungsketten sein können, wenn sie unter Druck stehen. Deshalb ist es wichtig, bereits vor einer Krise anzusetzen, die bestehenden Strukturen zu analysieren und Vorschläge für Verbesserungen zu erarbeiten. Genau das ist der Auftrag des Projekts AgriSecure.“
Projektziele und Ansätze
Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer praxisorientierten Konzeption zur Stärkung der Ernährungssicherheit in Niedersachsen. Gemeinsam mit Wirtschafts- und Sozialpartnern analysiert das Projekt zentrale Wertschöpfungsketten, identifiziert kritische Abhängigkeiten und Schwachstellen und entwickelt darauf aufbauend konkrete Handlungsempfehlungen zur Stärkung resilienter Versorgungssysteme. Im Projekt AgriSecure werden wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Handlungsoptionen zur vorsorgenden Stärkung der Ernährungssicherheit in Niedersachsen entwickelt. Auf diese Weise soll die Funktionsfähigkeit des Lebensmittelmarktes – insbesondere der Lebensmittelerzeugung und des Vertriebs – im Krisenfall unterstützt werden.
Gegenstand des Projekts
Im Fokus stehen Strukturen der Wertschöpfungsketten und die enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschafts-, Verwaltungs- und Sozialpartnern. Dabei werden die wichtigsten Wertschöpfungsketten – wie zum Beispiel Milch, Fleisch, Obst/Gemüse, Getreide, Kartoffeln – genauso in den Blick genommen wie die Energieversorgung und Energieautarkie. Ziel ist es, diese Wertschöpfungsketten bereits vor Eintritt von Krisen stabiler und anpassungsfähiger zu gestalten.
Was das für Verbraucher bedeutet
Durch die Entwicklung von konkreten Handlungsempfehlungen und Vorschlägen im Projekt AgriSecure wird die Ernährungssicherheit in Niedersachsen verbessert. Dies trägt zur Stabilisierung des Lebensmittelmarktes bei, insbesondere im Krisenfall, und gewährleistet eine stetige Versorgung der Bevölkerung. Verbraucher profitieren somit von einer sicheren und robusten Lebensmittelversorgung, die auch im Falle von globalen Krisen wie der COVID-19-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine sichern kann.