Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat bekannt gegeben, dass die Zertifizierung nach dem Nachhaltigkeitssiegel FSC (Forest Stewardship Council) in den Landesforsten des Bundeslandes eingeleitet wird. Dieser Prozess soll über einen Zeitraum von fünf Jahren erfolgen und als Pilotprojekt dienen, um die Auswirkungen und den Nutzen der Zertifizierung fundiert zu bewerten.
Umsetzung in zwei Forstämtern
Zwei Forstämter werden im Rahmen des Pilotprojekts ausgewählt: Lauterberg (Landkreise Goslar und Göttingen) und Rotenburg (Landkreise Rotenburg, Heidekreis, Verden und Nienburg). Darüber hinaus wird auch der niedersächsische Teil des Nationalparks Harz nach den Standards des FSC zertifiziert. Forstministerin Miriam Staudte, Vorsitzende des Verwaltungsrates, betonte: „Mit dem Pilotprozess schaffen wir eine belastbare Grundlage, um die Auswirkungen und den besonderen Nutzen der Zertifizierung für die Landesforsten fundiert zu bewerten.“
Anforderungen an nachhaltige Bewirtschaftung
Die FSC-Zertifizierung umfasst umfassende Vorgaben zur Baumartenwahl, zum Erhalt und zur Entwicklung ökologisch wertvoller Habitatstrukturen, zum Bodenschutz bei Befahrung und Holzernte sowie zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Diese Anforderungen müssen regelmäßig nachgewiesen und dokumentiert werden, um die Gültigkeit der Zertifizierung sicherzustellen.
Gründe für die Einführung
Die Niedersächsischen Landesforsten setzen bereits auf eine nachhaltige und umweltgerechte Waldbewirtschaftung nach dem Standard „LÖWE +“. Die Einführung der FSC-Zertifizierung soll nun die Nachhaltigkeit noch deutlicher sichtbar machen. Miriam Staudte erklärte: „Das FSC-Siegel erfreut sich großer Bekanntheit und Akzeptanz bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Daher ist die Nachfrage nach FSC-Holz auch bei verarbeitenden Firmen hoch.“
Prozess der Zertifizierung
Das Zertifizierungsverfahren gliedert sich in mehrere Schritte und startet in den kommenden Monaten. Zunächst wird eine Zertifizierungsgruppe aus den beiden Forstämtern Lauterberg und Rotenburg sowie dem niedersächsischen Teil des Nationalparks Harz gebildet. Anschließend nimmt ein unabhängiges Zertifizierungsunternehmen die bisherige Bewirtschaftungspraxis auf, um mögliche Anpassungsbedarfe zu identifizieren.
Unterstützung durch den Koalitionsvertrag
Mit dem Beschluss setzt der Verwaltungsrat eine Vereinbarung des Koalitionsvertrages der Niedersächsischen Landesregierung um, wonach die FSC-Zertifizierung in Niedersachsen unterstützt werden soll. Die Umsetzung dieses Standards ist bereits in den Landesforstbetrieben einiger anderer Bundesländer erfolgreich eingeführt worden.
Was das für Verbraucher bedeutet: Durch die Einführung der FSC-Zertifizierung können Verbraucher sicher sein, dass das von ihnen gekaufte Holz und Holzprodukte aus den niedersächsischen Landesforsten nach strengen ökologischen und sozialen Standards hergestellt wurden. Dies erhöht die Transparenz und die Nachhaltigkeit desHolzes und stärkt das Vertrauen in die Qualität und Herkunft der Produkte.