Nach 20 Jahren Betriebsdauer endet die Förderung für viele Photovoltaikanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dies bedeutet, dass Anlagenbetreiber nun neue Strategien finden müssen, um ihren Strom wirtschaftlich weiterzuverkaufen. „Ü20“-Anlagen, wie es offiziell bezeichnet wird, müssen sich auf eine neue Phase einstellen, in der sie ohne staatliche Förderung agieren.

Mögliche Handlungsoptionen

Einige mögliche Handlungsoptionen sind der Wechsel auf den Eigenverbrauch, die Direktvermarktung oder der Repowering, also der Ersatz der bestehenden Anlage durch eine neue. Auch das Energy-Sharing, bei dem Solarstrom direkt an Nachbarn verkauft wird, ist eine Option. Jedoch bevorzugt jede dieser Optionen eine gründliche technische Überprüfung der Anlage, um sicherzustellen, dass sie weiterhin effektiv ist.

Einige Experten richten ihre Empfehlungen an die Anlagenbetreiber. „Es ist entscheidend, die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Anlage zu prüfen, einschließlich der Wechselrichter, der Module und des Überwachungssystems“, betont Lütke Hockenbeck, ein anerkannter Experte im Bereich Photovoltaik. „Nur so können mögliche Reparaturen und der Austausch von Bauteilen geplant werden.“

Technische Überprüfung

Die technische Überprüfung ist entscheidend für die zukünftige Nutzung der Anlage. Dabei geht es nicht nur um die Funktionsfähigkeit, sondern auch um die Leistungsfähigkeit der Anlage. Ist die Anlage nach wie vor in der Lage, den erwarteten Ertrag zu erzielen? Wie steht es um Kabel, Steckverbindungen und Schutztechnik?

„Ohne eine gründliche Prüfung sollten keine Entscheidungen getroffen werden“, warnt Lütke Hockenbeck. „Eine technisch korrekte Anlage kann weiterhin wirtschaftlich betrieben werden, auch ohne EEG-Förderung.“

Regulierungen und Vermarktung

Für Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kWp muss der Netzbetreiber den Strom weiter abnehmen und eine Vergütung zahlen. Bei kleineren Anlagen bleibt die Option des Eigenverbrauchs oder der Direktvermarktung. „Es ist wichtig, dass Anlagenbetreiber inzwischen Strategien entwickeln, um ihre Stromerzeugung optimal zu nutzen“, erklärt eine Sprecherin des Bundesverbands Solarwirtschaft (Bundesverband Solarwirtschaft).

Ein weiterer Aspekt ist die Möglichkeit, den Strom direkt an Nachbarn zu verkaufen, was als Energy-Sharing bezeichnet wird. Dies erfordert jedoch eine gründliche Prüfung der lokalen Regelungen und der technischen Möglichkeiten.

Was das für Verbraucher bedeutet: Anlagenbetreiber sollten aktiv auf die neue Phase vorbereitet sein und gründlich prüfen, welche Strategie für sie am besten geeignet ist. Eine technische Überprüfung der Anlage und ein sorgfältigeres Marktverständnis sind entscheidend, um weiterhin wirtschaftlich zu agieren.