Nach Angaben des Landesamtes für Statistik ist die Zahl der in Niedersachsen registrierten Sexarbeiter*innen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Insgesamt waren 2 827 Personen angemeldet – ein Zuwachs von 6,4 % gegenüber dem Vorjahr (Quelle: NDR Niedersachsen). Dieser Trend spiegelt sich nicht nur in den Personenzahlen wider, sondern auch in der wachsenden Zahl genehmigter Prostitutionsbetriebe.
Zuwachs bei registrierten Sexarbeiter*innen
Im Jahr 2025 waren laut dem Statistikamt 304 erlaubte Betriebe aktiv, was einem Anstieg von 3,1 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht (Quelle: NDR Niedersachsen). Gleichzeitig stieg die Zahl der registrierten Sexarbeiter*innen um 6,4 % auf 2 827 Personen. Der Anstieg betrifft alle Altersgruppen seit 2021, wobei sich die Gesamtsituation den Zahlen vor der Corona-Pandemie annähert.
Altersstruktur verschiebt sich nach oben
Besonders markant ist die Entwicklung in der Gruppe ab 45 Jahren. Hier zeigt das Landesamt für Statistik seit 2021 einen kontinuierlichen Zuwachs, wodurch ältere Sexarbeiter*innen inzwischen einen größeren Anteil an den Gesamtzahlen ausmachen (Quelle: NDR Niedersachsen). Dieser demografische Wandel könnte Auswirkungen auf die Art der angebotenen Dienstleistungen und die Bedürfnisse der Kundschaft haben.
Europäische Herkunft dominiert
Die überwiegende Mehrheit der registrierten Sexarbeiter*innen besitzt einen ausländischen Pass: 2 436 Personen, davon 2 203 aus anderen europäischen Staaten (Quelle: NDR Niedersachsen). Europäer*innen stellen mit einem Anteil von 77,9 % die größte Gruppe dar. Die häufigsten Herkunftsländer sind Rumänien (839 Personen), Bulgarien (500 Personen) und Ungarn (248 Personen).
Neue Formen der Prostitution
Laut Statistikamt handelt es sich bei den meisten Betrieben um klassische Bordelle, während Vermittlungen und sogenannte Prostitutionsfahrzeuge wie Wohnmobile ebenfalls erfasst werden. Letztere werden jedoch tendenziell weniger genutzt. Zusätzlich wurden in der Grafschaft Bentheim „Pop‑up‑Bordelle“ beobachtet: Mindestens 15 Ferienwohnungen wurden dort für Prostitution angemietet (Quelle: NDR Niedersachsen). Illegale Prostitution bleibt außerhalb der offiziellen Statistik.
Was das für Verbraucher bedeutet
Für Konsument*innen und Interessierte bedeutet die steigende Zahl registrierter Sexarbeiter*innen sowie die Verschiebung der Altersstruktur, dass Angebote zunehmend professioneller und stärker reguliert werden. Die hohe europäische Beteiligung weist darauf hin, dass kulturelle Unterschiede in den Dienstleistungen zunehmen können. Verbraucher*innen sollten daher bei der Inanspruchnahme von Angeboten auf Transparenz achten und sicherstellen, dass die Anbieter legal registriert sind – insbesondere da illegale Formen nicht erfasst werden.