Im Frühjahr 2018 legte der Orkan Friederike in Ostwestfalen ganze Waldflächen kahl. Auf einer rund 70 ha großen Parzelle im Landkreis Höxter begann die Familie Wolff‑Metternich sofort mit der Wiederaufforstung. In den Jahren 2018 bis 2022 wurden demnach etwa 140 000 junge Bäume aus Heister‑Sortimenten (mindestens 1,20 m hoch) in Mischungen gepflanzt – ein Aufwand, der innerhalb weniger Jahre mehr als ein Drittel der zerstörten Fläche neu besiedelte. Die Pflanzungen erfolgten überwiegend mit Erdbohrern; Zäune oder Einzel‑Schutzmaßnahmen wurden nur selten eingesetzt.
Ausgangslage nach dem Sturm
Der verheerende Sturm war nicht das einzige Ereignis, das den Betrieb belastete. Anschließend folgte eine Dürreperiode und massiver Käferbefall, wodurch die Forstwirte zusätzlich gefordert waren, die jungen Bestände vor Wildverbiss zu schützen – insbesondere von Sikawild. Trotz dieser Herausforderungen blieb die Pflege auf ein Minimum reduziert, sodass sich im Frühjahr 2024 bereits erste Brombeerbestände in den jungen Baumreihen ausbreiteten.
Geplante Durchforstung mit Bagger
Leopold und Wolfgang von Wolff‑Metternich planen nun die erste großflächige Durchforstung. Dabei soll ein Bagger eine zentrale Rolle spielen, um die dichten Baumreihen zu öffnen und das Wachstum der verbleibenden Bäume zu fördern. Erste Tests mit einer vorhandenen Maschine seien bereits erfolgt und lieferten positive Erfahrungen hinsichtlich Effizienz und Schonung des Bodens.
Technische Details beim Pflanzen
Beim Anlegen der Pflanzlöcher wurde besonders darauf geachtet, dass sich keine „Keller“ bildeten – das heißt, die Wurzeln sollen vollständig vom umgebenden Erdreich umschlossen sein. Auf den Bohrspindeln wurden seitlich geschweißte Klingen angebracht, die das Verschmieren der Bohrlochwände reduzieren und somit die Durchwurzelung verbessern sowie die Wasserabführung erleichtern.
Ausblick für den Betrieb
Die bevorstehende Bagger‑Durchforstung wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr beginnen. Ziel ist es, die Baumreihen so zu öffnen, dass Licht und Luft besser in das Bestandsinneren gelangen und damit die Widerstandsfähigkeit gegenüber zukünftigen Schädlingen und Wetterextremen erhöht wird.
Was das für Verbraucher bedeutet
Ein gesunder, gut durchforsteter Wald sichert langfristig eine stabile Holzwirtschaft. Für Verbraucher bedeutet dies künftig ein verlässlicheres Angebot an regionalem Holz mit gleichbleibender Qualität – sowohl für Bau‑ als auch für Möbelzwecke. Zudem trägt die nachhaltige Bewirtschaftung zur Sicherung von Ökosystemleistungen bei, wie etwa sauberer Luft und einem stabilen Wasserhaushalt, was letztlich allen Bürgern zugutekommt.