Für reine Elektrofahrzeuge (E-Autos) aus China zahlt die EU Importzölle - ein Maßnahmen, die für Plug-in-Hybride jedoch nicht gelten. Dies sei eine "Regelungslücke", wie Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) feststellt. In einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Bundeskanzler Friedrich Merz drängt er darauf, dass die EU-Zölle für Hybrid-Autos aus China schnell eingeführt werden sollten.
In den letzten beiden Jahren haben chinesische Automobilhersteller systematisch Plug-in Hybride in den EU-Binnenmarkt eingeschleppt. Vor zwei Jahren befürchtet Lies, dass dies dazu führen könnte, dass etablierte Hersteller aus dem Markt verdrängt werden. "Wir erwarten, dass Kommission und Bundesregierung unsere Handelspolitik gegenüber China anders aufstellen", betont er in seinem Brief.
Der Ministerpräsident hält eine Wettbewerbsverzerrung für real: „Seit Mai und Juni 2026 sind die Exporte von in China gefertigten Autos, insbesondere Plug-in Hybride, um rund 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.“ Dies deutet auf ein strategisches Verhalten hin, dass den europäischen Automobilherstellern einen wettbewerbsfremden Vorteil verschafft.
Dieses Verhalten könnte auch mit der Krise bei Volkswagen verbunden sein - Lies ist auch Mitglied im Aufsichtsrat des Automakers. Das Unternehmen steckt Hoffnung in neue Elektro-Kleinwagen wie den ID-Polo, um sich gegen die chinesische Konkurrenz durchzusetzen.
Die EU-Kommission habe vor zwei Jahren versäumt, neben den reinen batterieelektrischen Fahrzeugen auch Plug-in Hybride in eine Untersuchung über Wettbewerbsverzerrungen einzubeziehen. Dies führe zu einer "Regelungslücke", behauptet Lies.
Was das für Verbraucher bedeutet: Eine mögliche Einführung von Zölle für Hybrid-Autos aus China könnte dazu führen, dass die Preise für solche Fahrzeuge steigen. Automarkt-Watchdog-Gruppen fordern eine transparentere Handelspolitik und sind auf der Suche nach Maßnahmen, um den Wettbewerbsvorteil chinesischer Hersteller zu reduzieren.
Hintergrund: Welche Auswirkungen könnten es haben?
Die EU hat bereits ähnliche Zölle für reine E-Autos aus China eingeführt. Diese Maßnahme soll die Preise für solche Fahrzeuge steigern und den Markt für europäische Hersteller stärken. Eine gleichbleibende Regelung für Plug-in Hybride könnte das Gleichgewicht auf dem Markt neu ordnen.
Was ist der aktuelle Status?
Der EU-Rat, die Kommission und die Bundesregierung diskutieren über mögliche Maßnahmen, um den Wettbewerbsvorteil chinesischer Automobilhersteller zu neutralisieren. Bislang sind jedoch keine konkreten Entscheidungen getroffen worden.
Was tun Verbraucher?
Verbraucher sollten auf die Preise für neue Hybride und E-Autos im Vergleich zum Vorjahr achtgeben, um potenzielle Ansteigungen vorherzusehen. Zudem können Verbraucherschützergruppen und Automarktanalysten weiterhin Druck für eine transparentere Handelspolitik ausüben.