Statt Industrieholz zu Paletten zu verarbeiten oder es zu verbrennen, stellt ein Start-up aus Stuttgart Massivholz-Bausteine her. Dieser Weg könnte sowohl für die Wohnungswirtschaft, die Sägeindustrie als auch den Waldbesitzer ein Gewinn darstellen, indem es eine nachhaltigere Verwendung von Schadholz ermöglicht (Bildquelle: Triqbriq AG).

Innovativ sind die Briqs, mikro-modulare Bausteine, die aus Nadelholz hergestellt werden. Sie sind ein Teil des Bausystems von Triqbriq, einem Unternehmen mit dem Ziel, Schadholz lieber verbauen zu lassen als es zu verbrennen. Die Briqs bestehen aus Nadelholz-Klassen C und D, die sonst nicht für höhere Qualitätsanforderungen geeignet wären, wie zum Beispiel für Paletten oder Spanplatte. (Bildsuche: Briq, Baustein)

Skalierung des Systems

Nach der Eröffnung einer vollautomatischen Produktionsanlage in Tübingen, die im vergangenen Jahr eingerichtet wurde, hat Triqbriq das System nun in die nächste Phase der Skalierung hineingezogen. Lewin Fricke, Kommunikationsbeauftragter von Triqbriq, erklärt, dass die Anlage derzeit Mikro-Modul-Bausteine aus Fichte, Kiefer, Lärche, Douglasie und Weißtanne produziert. „Derzeit erforschen wir, ob wir künftig Buche oder schnell wachsende Arten wie Pappel oder Kiri verwenden können“, sagt Fricke. Obwohl die Zulassung bislang ausschließlich auf Nadelholz beschränkt ist, betont das Unternehmen die mögliche Expansion in Laubholz für zukünftige Anwendungen.

Technologie und Nachhaltigkeit

Die Briqs werden in kleine Stücke gesägt, dann mit einem Stift aus Buchenholz verriegelt. Keine Leim- oder Klebstoffe sind nötig. Das Bauwerk aus Briqs soll sich später sortenrein zurückbauen lassen, was eine nachhaltige Lösung für die Bauindustrie darstellt. „Wir verarbeiten vor allem niedrigere, kostengünstige Holzqualitäten aus Industrie-, Paletten- oder Kalamitätsholz“, erläutert Fricke. (Bildsuche: Holzbaustein, Rückbau)

Markt und Zukunftsperspektiven

Triqbriq plant, den Einsatz von Briqs auch für Laubholz zu erweitern, wenn sich die Umweltbedingungen so weit verbessern, dass auch Laubholz eine wirtschaftlich nachvorteilhafte Verwendung findet. Momentan ist dieses Szenario noch nicht marktreif. Dennoch bleibt Triqbriq optimistisch: „Derzeit haben wir mehr als 100 Projekte in Auftrag, die mit unseren Briqs erfüllt werden sollen,“ fügt Fricke hinzu.

Was das für Verbraucher bedeutet: Die Verwendung von Briqs könnte in zukünftigen Bauwerken zu einem steigenden Anteil an nachhaltigen Bausteinen führen, was die Nachhaltigkeit und Energiesparfähigkeit von Gebäuden erhöhen kann. Dies trägt insgesamt zu einer besseren Umweltbilanz bei, insbesondere in einer Branche, die bisher oft als eine der größten CO2-Emittenten angesehen wird.