Auch in Niedersachsen leiden Landwirte unter der Trockenheit, die zu einer schlechteren Ernte führt. Biolandwirt Thomas Dehlwes aus Lilienthal sieht seinen Betrieb dennoch gut gewappnet gegen diese Herausforderungen, wie top agrar berichtet.

Futtervorräte sichern

Biolandwirt Thomas Dehlwes hat eine klare Strategie, um die Ernte und das Wohlergehen seiner Tiere zu gewährleisten. „Ich habe lieber Futtervorräte an Gras und Mais liegen oder kaufe welche dazu und bewirtschafte mehr Fläche, um in Jahren wie diesen gut ausgestattet zu sein, als dass es am Ende nicht reicht“, erklärt der 35-jährige Landwirtschaftsmeister. Dehlwes und seine Familie betreiben einen Bioland-Betrieb mit 250 Milchkühen und Nachzucht sowie 450 Legehennen im Mobilstall in Lilienthal bei Bremen.

Zum Betrieb gehören 115 ha Ackerland auf Sandstandorten und 150 ha Grünland, wovon 90 % im Niedermoor und 10 % im Hochmoor liegen. Dehlwes ist mit der Ernte vergleichsweise zufrieden, auch wenn er wegen der Trockenheit weniger geerntet hat. Die Flächen sind Mitte August braun und teils verbrannt, was die Ernte schwieriger macht.

Ertragsminderungen durch Dürre

Trotz der trockenen Bedingungen ist Dehlwes mit seiner bisherigen Futterernte zufrieden. Die Ergebnisse liegen jedoch knapp 25 bis 30 % unter dem Vorjahr, wie er top agrar gegenüber erklärt. „Das sind Verluste, aber es ist für uns eben nicht dramatisch, weil wir genügend Futtervorräte angelegt haben.“

Ein weiteres Problem ist die Mäusepopulation, die sich durch die Trockenheit vermehrt hat und zu massiven Fraßschäden an der Grasnarbe führt. „Im Hochmoor konnten wir nur den ersten Schnitt ernten, danach war es zu trocken“, berichtet Dehlwes.

Hochwertiges Grundfutter für Milcherzeugung

Dehlwes legt großen Wert auf hochwertiges Grundfutter. Er erntet Silogras alle vier Wochen und plant den fünften Schnitt in den kommenden Tagen. „Ich ändere an diesem Rhythmus auch nichts, selbst wenn dadurch die Ernte teurer wird. Mir ist es lieber, Qualität statt Masse einzufahren“, betont er.

Die Milcherzeugung auf seinem Hof ist intensiv, mit einer durchschnittlichen Produktion von 11.000 l pro Kuh. „Dazu gehört, dass wir unsere Tiere mit hochwertigem Grundfutter versorgen“, sagt Dehlwes.

Weitere Standbeine des Betriebs

Außer der Milch- und Eierproduktion sind weitere Standbeine einer Hofmolkerei und ein Hofladen. Diese Vielfalt hilft, den Betrieb finanziell abzusichern und unabhängig von der Ernte zu bleiben.

Was das für Verbraucher bedeutet

Für Verbraucher bedeutet die gute Vorbereitung des Landwirts Thomas Dehlwes, dass trotz der Dürre hohe Produktqualität gewährleistet bleibt. Die Versorgung mit Milch und Eiern aus biologischer Produktion ist weiterhin gesichert, auch in trockenen Jahren.