Der Verband Holzenergie, AGDW (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Wald) und Familienbetriebe Land und Forst warnen vor den potentiellen negativen Folgen einer politischen Priorisierung der stofflichen Nutzungswege für Holz. Die Verbände befürchten, dass die energetische Nutzung von Holz unter dem Druck staatlicher Vorgaben leiden könnte.

Streit um die Nutzung von Schwachholz

Die stoffliche Nutzungsweise von Holz soll laut den politischen Vorstellungen den Vorrang haben. Allerdings fehlt es oft an Abnehmern für Schwach- und Industrieholz, wie Marlene Mortler, Vorsitzende des Fachverbands Holzenergie (FVH), betont: „Holzenergie ist kein Konkurrent der stofflichen Nutzung, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil einer ganzheitlichen Holzverwendung.“

Die rückläufigen Mengen in der Papier- und Zellstoffindustrie zeigen nach Mortler, dass es kein allgemeines Versorgungsproblem mit Holz gibt. Sie spricht daher von einer „Phantomdebatte“.

Bedeutung für Waldpflege und klimaresiliente Bestände

Für die Waldpflege, Durchforstung und den Umbau zu klimaresilienten Beständen fallen regelmäßig schwache Sortimente an. Diese Sortimente haben oft keine wirtschaftliche stoffliche Alternative. Prof. Andreas Bitter, Präsident der AGDW, warnt: „Die Vermarktung solcher Brennholzsortimente ist unverzichtbar, um mit den Erlösen die Waldpflege und den klimaangepassten Waldumbau zu finanzieren.“

Max von Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst, ergänzt: „Wer die energetische Nutzung politisch einschränkt, schwächt die wirtschaftliche Grundlage der Waldbesitzer und gefährdet Investitionen in klimaresiliente Wälder.“

Debatte um die Biomasseverordnung

Auch die aktuelle Debatte um die Biomasseverordnung zeigt, wie konkret die Auseinandersetzung ist. Der Entwurf schließt bestimmte Rundholzsortimente sowie Stümpfe und Wurzeln grundsätzlich von der EEG-Förderung aus. Ausnahmen sind vorgesehen, wenn die stoffliche Industrie regional nicht aufnahmefähig ist.

Die Verbände fordern eine flexiblere Herangehensweise: Ob Holz stofflich oder energetisch genutzt wird, müsse sich an Qualität, regionaler Nachfrage und realen Verwertungskapazitäten orientieren – nicht an einer starren politischen Hierarchie.

Folgen für Preise, Waldbesitz und Wärmeversorgung

Die Gefahr, dass Energieholz politisch aus dem Markt gedrängt wird, könnte erhebliche Folgen haben. Dazu zählen Preiserhöhungen, wirtschaftliche Belastungen für Waldbesitzer sowie Einschränkungen in der Wärmeversorgung durch Holzenergie.

Die Verbände betonen die Notwendigkeit, eine ganzheitliche Betrachtungsweise zu gewährleisten und die spezifischen Bedürfnisse der verschiedenen Nutzungswege zu berücksichtigen. Nur so kann ein nachhaltiger und wirtschaftlich sinnvoller Umgang mit Holz gesichert werden.

Was das für Verbraucher bedeutet: Sollte die energetische Nutzung von Holz politisch eingeschränkt werden, könnten sich die Kosten für Wärmeversorgung durch Holzenergie erhöhen. Zudem könnte dies negative Auswirkungen auf den Waldumbau und die Waldpflege haben, was langfristig die Qualität des Forstbestandes beeinträchtigen könnte.