Die Landesanstalt für Wasserwirtschaft und Küstenschutz Niedersachsen (LWK Niedersachsen) hat in einem aktuellen Merkblatt die Rahmenbedingungen für die Ausleihe von Lebendfangfallen festgelegt. Diese Fallen sind mit einem automatischen Meldesystem ausgestattet, das über eine spezielle App die Erfassung jedes Fangereignisses ermöglicht.

Zielsetzung und rechtlicher Rahmen

Laut Angaben der LWK Niedersachsen sollen die Maßnahmen insbesondere die invasive Nutria (Myocastor coypus) sowie den Bisam (Ondatra zibethicus) kontrollieren. Beide Arten gelten seit 2002 als jagdbares Wild in Niedersachsen, wobei die Jagdstrecke der Nutria bis zum Jagdjahr 2013/14 auf etwa 4 000–5 000 Tiere anwuchs.

Gemeinsame Fangwoche 2026

Vom 23. bis 27. März 2026 fand die zweite gemeinsame Fangwoche deutscher und niederländischer Bisambekämpfer in der Gemeinde Itterbeck, Landkreis Grafschaft Bentheim, statt. Rund 20 Beteiligte stellten dabei 1 200 Lebendfangfallen auf, um sowohl Nutria‑ als auch Bisampopulationen zu erfassen und zu reduzieren.

Die Koordination vor Ort wurde von Heiko Fritz (Verwaltung Bisambekämpfung und Nutriabejagung) und Sonja Danielzik (Ansprechpartnerin für die Nutriabejagung) übernommen, deren Kontaktdaten im Merkblatt enthalten sind.

Ablauf der Fallenstellung und Meldesystem

Die LWK Niedersachsen stellt die Fallen kostenfrei zur Verfügung. Vor Ort erhalten jagdberechtigte Personen eine Einweisung in den korrekten Umgang mit den Geräten, das automatische Fallenmeldesystem sowie die zugehörige App – diese Schulungen werden von hauptamtlichen Nutriajägern durchgeführt.

Bei einer Befallsmeldung ist häufig nicht sofort erkennbar, ob es sich um Bisam oder Nutria handelt. Das Merkblatt enthält deshalb ein detailliertes Unterscheidungsmerkmal, das den Jäger*innen die Zuordnung erleichtert.

Zukünftige Aktionen und EU‑Projekt LIFE MICA

Im Anschluss an die Fangwoche sind weitere gemeinsame Aktionen geplant, um die Ausbreitung der invasiven Arten nachhaltig zu begrenzen. Im Mai 2026 erfolgte zudem eine Exkursion des Arbeitsgebiets Bisambekämpfung und Nutriabejagung im Entwässerungsverband Jade.

Auf EU‑Ebene hat das Projekt LIFE MICA nach einer Parlamentssitzung zum Thema invasive Arten vorgeschlagen, ein grenzüberschreitendes Vorgehen zu fördern. Die LWK Niedersachsen wurde hierzu eingeladen, ihre Erfahrungen aus den regionalen Aktionen einzubringen.

Was das für Verbraucher bedeutet

Für Bürgerinnen und Bürger in betroffenen Regionen bedeutet die aktuelle Initiative mehr Transparenz bei der Bekämpfung invasiver Arten. Durch das automatisierte Meldesystem werden gefangene Tiere zeitnah erfasst, was eine schnelle Reaktion auf neue Befallsstellen ermöglicht. Landwirte und Naturschützer profitieren von einer koordinierteren Vorgehensweise, die langfristig Schäden an Ackerflächen, Feuchtgebieten und Wasserinfrastrukturen reduziert.